Klassische Gedichte zur Goldenen Hochzeit

Was könnte zu einem fünfzigsten Hochzeitstag besser passen als ein bewährter Klassiker, der das Thema „Goldene Hochzeit“ in Form eines Gedichts aufgreift?

Wenn Sie auf der Suche nach einfühlsamen Dichtungen und Balladen sind, dann werden Sie hier garantiert fündig. Denn wer könnte die ewig währende Liebe schöner und vollendeter beschreiben als große Poeten wie Friedrich Schiller, Theodor Fontane und deren Dichterkollegen?

Hier haben Sie die Auswahl aus einer ganzen Sammlung der berühmtesten und geschmackvollsten Werke zur Goldenen Hochzeit, verfasst von den alten Meistern der Literatur. Denn mit einem klassischen Gedicht liegen Sie bestimmt immer richtig.

Sammlung berühmter Gedichte

Nicht ihres Lächelns holder Zauber war's

Nicht ihres Lächelns holder Zauber war's, Die Reize nicht, die auf der Wange schweben, Selbst nicht der Glanz der göttlichen Gestalt – Es war ihr tiefstes und geheimstes Leben, Was mich ergriff mit heiliger Gewalt, Wie Zaubers Kräfte unbegreiflich weben – Die Seelen schienen ohne Worteslaut Sich ohne Mittel geistig zu berühren, Als sich mein Atem mischte mit dem ihren; Fremd war sie mir und innig doch vertraut, Und klar auf einmal fühlt' ich's in mir werden, Die ist es oder Keine sonst auf Erden!

Friedrich von Schiller (1759-1805) aus "Die Braut von Messina" (1803)
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Zur goldnen Hochzeit

Golden, silbern, eisern, ehern
Nennt die Alter man der Welt,
Und zum niedern von dem höhern
Schreitet fort sie, wird erzählt.

Doch der Mensch in unsern Tagen
Sieht die Alter sich verkehrt!
Jugend, sie schon Sorgen plagen,
Zeigt nun eisern ihren Wert.

Erzgewappnet geht das Leben,
Selbst die Liebe wird zum Streit,
Und dem stets erneuten Streben
Liegt der Ruhe Glück so weit.

Erst nach durchgekämpften Jahren
Lacht das Schicksal wieder hold,
Und mit Silber in den Haaren
Wird die Zeit, die Ehe - Gold.

Franz Grillparzer (1791-1872)
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Und ging auch alles um und um

Und ging auch alles um und um,
in dir, in mir, ich lieb dich drum,
ich lieb dich drum, weil du mir bliebst,
ich lieb dich drum, weil du vergibst,
ich lieb dich, ach, warum "Warum"?
Und blieb auch meine Lippe stumm,
ich lieb dich drum, weil du mich liebst.

Theodor Fontane (1819-1898)
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Zur Goldenen Hochzeit

Ein Ehestand ist alsdann beglückt,
wenn eins sich an das andre schickt,
wenn eins das andre liebt uns scheut,
er nicht befiehlt, sie nicht gebeut,
und beide so behutsam sein,
als wollten's erst einander frei'n.

Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)
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Wer treulich liebt...

Wer treulich liebt,
hat hohen Mut,
er weiß, er steht in Gottes Hut,
ihn schützt sein starkes Walten,
und mag er wandeln übers Meer,
die Engel schreiten um ihn her,
ihn über den Wogen zu halten.

Franz Emanuel August Geibel (1815-1884) (Nutzungsbedingungen)
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